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Auf dieser Seite möchte ich Vorträge, Artikel oder Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften usw. veröffentlichen zum Thema CED. Solltest du auf eine Publikation aufmerksam geworden sein oder gar selbst eine verfasst haben, informiere mich bitte, damit ich sie einstellen kann. Vielen Dank für deine Unterstützung :-))

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2012 und wenn man genau hinschaut, muss man leider feststellen, dass die schulmedizinische Forschung zu keinen neuen Erkenntnissen gekommen ist.
Noch immer sind Cortisonpräparate, Operationen, TNF-Alpha Antikörper - Remicade/Humira - oder Versuche mit den Eiern des Schweineringelbandwurms die Therapieversuche der Wahl...


frei nach einem Artikel aus der Ärztezeitung Januar 2008:

TNF Alfa - Antikörper-Option bei therapierefraktärem Morbus Crohn

60% der Patienten sprechen auf Adalimumab innerhalb von 4 Wochen an

Hamburg (nke). Bei etwa einem Viertel der Patienten mit Morbus Crohn gelingt es bisher nicht, die Erkrankung einzudämmen und langfristig zu beherrschen. Mögliche Gründe : Betroffene sprechen etwa auf Steroide (Cortison) nicht an, oder sie vertragen Immunsuppressiva nicht. Dann sind TNF Alfa-Antikörper eine Alternative.

Ein Problem bei einem Teil der Patienten mit Morbus Crohn ist die Steroidabhängigkeit. Das heißt: Ein Ausschleichen der Steroiddosis auf unter 10 mg ist nicht möglich, weil es dann zu erneuten Schüben kommt. Zur Dauertherapie sind Steroide aber wegen unerwünschter systemischer Langzeiteffekte nicht geeignet.
Bei schweren Krankheitsverläufen ist eine Langzeittherapie mit Immunsuppressiva wie Azathioprin zur Rezidivprophylaxe derzeit Standard. Damit könne die Rezidivrate halbiert und das Steroid abgesetzt oder zumindest die Dosis verringert werden.
Azathioprin z. B. darf nicht unterdosiert werden. Die Mindestdosis muß 2-2,5mg pro Körpergewicht betragen und es kann manchmal Monate dauern, bis die Wirkung eintritt.

Wenn ein schneller Wirkungseintritt notwendig ist oder die Immunsuppressiva nicht vertragen werden, sollten die neuen Anti-TNF-Medikamente eingesetzt werden.
Der TNF Alfa-Antikörper Adalimumab (Humira) ist strukturell identisch zu dem natürlich vorkommenden menschlichen Antikörper. Es ist daher unwahrscheinlich, dass er eine Immunantwort auslöst. Die begleitende Therapie mit einem Immunsuppressivum ist daher nicht nötig. Es gibt sogar mehrere Hinweise dafür, dass es die gleichzeitige Anwendung von Azathioprin, Kortikoiden (Cortison) und Anti-TNF Alfa-Therapie ist, die die Neben- wirkungen verursacht. Deshalb muß der Trend künftig eher zur Monotherapie gehen, egal ob es Azathioprin ist oder TNF Alfa-Antikkörper.

In den Zulassungsstudien sprachen etwa 60% der Patienten innerhalb von 4 Wochen auf Adalimumab an. Bei einem Teil der Patienten kam es sofort zur Remission, bei anderen klangen die Symptome langsamer ab. Mit dem TNF Alfa-Antikörper kann es auch zu einem anhaltenden Verschluß von Darmfisteln kommen. Patienten, die bereits mit einem anderen TNF Alpha-Antikörper behandelt worden waren, sprachen ebenfalls auf Adalimumab an.

Es gibt Patienten, bei denen die Anti-TNF Alfa-Therapie möglicherweise nicht hilft. Dann haben sie entweder keine Entzündung oder einen anderen Entzündungsmechanismus.

Aus ärztlicher Sicht ist die Verträglichkeit des Immuntherapeutikums recht gut. Wenn Infekte auftreten, seien sie meist gut zu beherrschen. Selten komme es zu schweren infektiösen Ereignissen wie Aktivierung einer Tuberkulose oder Pneumonie (Lungenent- zündung). Rechtzeitig erkannt, könnten große Probleme vermeiden werden. 

Begriffserklärung TNF Alfa:
TNF Alfa ist ein multifunktionaler Singanlstoff des Immunsystems, welcher bei lokalen und systemischen Entzündungen beteiligt ist. TNF wird hauptsächlich von Makrophagen ausgeschüttet. Seine wichtigste Funktion ist,  die Aktivität von Immunzellen zu regeln. TNF kann den Zelltod, >Zellproliferation, Zelldifferenzierung und Ausschüttung anderer Zytokine anregen. (eb)



frei nach dem Artikel der Kieler Nachrichten vom 19. Juli 2007:

Qualitätssprung für die Forscher: Wesentliche Morbus-Crohn-Studienergebnisse kommen aus Kiel

...Innerhalb eines internationalen Netzes von 160 diagnostischen Zentren habe man mit mehr als 1200 Patienten einen Wirkstoff entwickelt, der Morbus Crohn "leichter therapierbar macht"...
Das Netzwerk Entzündungsforschung habe eine "einzigartige Großambulanz konzipiert", die am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein eingerichtet wird. In diesem Zentrum sollen alle medizinischen Disziplinen, die mit der Entzündung von Körperoberflächen (wie etwa der Darmschleimhaut im Falle von Morbus Crohn) zu schaffen haben, zusammen- geführt werden.
Innerhalb des "Netzwerkes Entzündungsforschung" haben sich mehr als 70 Forschungs- gruppen zusammengeschlossen. Die Krankheit werde unter anderem durch den Botenstoff TNF-alfa gesteuert. Den Antikörper dagegen kennt man - allerdings kann der körperfremde Eiweißstoff unerwünschte Immunreaktionen hervorrufen. Also habe man den Eiweißanteil von TNF-alpha "auf ein Hundertstel heruntergetrimmt" und den winzigen Molekülrest mit Polyethylenglycol wieder auf Masse gebracht, damit er nicht gleich im Stoffwechsel verschwindet.
Die Zusammenarbeit mit der Mayo-Klinik (Minnesota) macht die Forscher aus Kiel besonders stolz. Im Herbst 2007 oder Frühjahr 2008 rechnen sie mit der Zulassung des Medikaments "Certolizumab pegol", um das die Studien ranken.
Die Bedeutung der Forschung gehe noch weiter: "Wer Morbus Crohn versteht, versteht den Rest" sagt Prof. Schreiber, denn die Mechanismen entzündlicher Vorgänge an Barrieren seien sehr ähnlich. So sehe man Entsprechungen bei Rheuma, bei Morbus Bechterew oder bei Schuppenflechte. "Der Zusammenhang ist weiter als wir denken." Es gehe um die ganzheitliche Wahrnehmung eines übergeordneten Phänomens - der Entzündung im Allgemeinen.



Zeitungsartikel unbekannter Herkunft und Datums

Darmuntersuchung per Pille

Als "Video-Pille" ist das neuartige Verfahren der Kapsel-Endoskopie schon in den Medien diskutiert worden. Für diese Untersuchung schluckt der Patient eine kleine Kapsel mit Kamera, die dank der natürlichen Darmbewegung reibuns- und schmerzlos durch den Magen-Darm-Trakt wandert und auf natürlichem Wege ausgeschieden wird. Während der Passage durch den Darm werden zwei Videosignale pro Sekunde an ein Empfangsgerät gesendet, das der Patient an einem Gürtel um den Bauch trägt. Der Patient kann während der "Sendezeit" weitgehend seinen Alltagsaktivitäten nachgehen. Ein Computer verarbeitet die Daten und stellt einen Video-Clip des Dünndarms her, den  anschließend der Arzt begutachtet.
Mit Hilfe der Kapsel-Endoskopie lassen sich Blutungen, Tumoren, Polypen und entzündliche Veränderungen im Dünndarm auf seiner gesamten Länge feststellen. Als Vorteile der Kapsel-Endoskopie, deren Kostenübernahme durch die Krankenkassen im Einzelfall geklärt werden muss, sind die Untersuchung des gesamten Dünndarms, die schmerzfreie Untersuchung ohne Betäubung, keine Strahlenbelastuzng, kein "Schlauch- schlucken", keine Darmreinigung sowie Bewegungsfreiheit während der Untersuchung zu sehen.
Zu den Einsatzbereichen zählen chronischer Durchfall, Bauchschmerz mit Verdacht auf eine Ursache im Dünndarm, Klärung eines auffälligen Röntgenbefundes, Verdacht auf chronische Darmentzündung (z. B. Morbus Crohn) sowie unklare Blutungen, bei denen die Untersuchung von Magen und Dickdarm keine Diagnose ergeben hat.
Die Kapsel-Endoskopie schließe eine diagnostische Lücke bei der Untersuchung des Dünndarms, denn die konventionelle Endoskopie kann nur einen geringen Teil des vier bis sechs Meter langen Dünndarms erfassen. Mit Röntgenuntersuchungen lassen sich frühe oder flache Schleimhautschäden schlecht erkennen. Daher können Dünndarmerkrankungen leicht übersehen oder nicht in ihrer ganzen Ausdehnung beurteilt werden.
Für die Untersuchung von Magen und Dickdarm ist die Kapsel-Endoskopie nicht gedacht, dafür ist die konventionelle Endoskopie besser geeignet...

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Apotheken-Umschau 07/05

Ein Wurm hilft dem Darm

Morbus-Crohn = Die Erkrankung des Verdauungstraktes ist schwer zu behandeln. Forscher setzen nun auf winzige Schmarotzer

"Schmeckt leicht salzig, daher vor dem Trinken bitte mit etwas Saft oder Wasser verdünnen", mahnt Detlev Goj. Das Medikament, über das der Geschäftsführer der Biotech-Firma Ovamed spricht, ist nicht nur aus geschmacklichen Gründen gewöhnungsbedürftig. In jeder Arzneimittelampulle schwimmen in 30 Millilitern klarer Flüssigkeit 2500 Eier des Peitschenwurms Trichuris suis, eines Schmarotzers, der in der Natur im Darm von Schweinen lebt.
Der medizinische Eier-Cocktail ist für Patienten gemacht, die an einer entzündlichen Darmkrankheit leiden - meist an Morbus Crohn. Goj stellt ihn in seinem zehn Mann starken Unternehmen in Barsbüttel bei Hamburg her. Das Mittel druchläuft gerade die Testphase. "Wir versorgen in Europa und den USA bereits mehrere hundert Patienten", sagt Goj. Die Erkrankten zahlen für ein Gläschen 330 Euro aus eigener Tasche und schlucken die Wurmeier alle zwei Wochen. Eklig erscheint ihnen die Kur wohl nicht. Im Gegenteil: Die Wurmtherapie gilt als Hoffnung gegen Morbus Crohn.

Heilung ist bisher unmöglich
Allein in Deutschland leiden etwa 50.000 Patienten an dieser Krankheit. Eine chronische Entzündung zerstört bei ihnen Teile der Schleimhäute im Verdauungstrakt. Warum, ist unklar. Eine Heilung gibt es nicht. Mit bestimmten Medikamenten können Ärzte zwar versuchen, die Entzündung zu bremsen. Doch bei einigen Patienten verschlimmern sich die Symptome zunehmend: Durchfall, Schmerzen und Blutungen sind die Folge. Unter Umständen bilden sich lebensbedrohliche Fisteln oder Darmverschlüsse.
Forscher vermuten seit einiger Zeit, dass eine Parasiten-Behandlung das Leiden lindern könnte. Diese Idee stammt von dem Gastroenterologen Professor Joel Weinstock, der an der Universität in Iowa in den USA arbeitet. nIhn hatte die ungleiche Häufigkeit stutzig gemacht, mit der Morbus Crohn in verschiedenen Erdteilen auftritt.
In Ländern der dritten Welt ist die Krankheit selten. Dort kämpfen jedoch noch sehr viele Menschen mit einem Wurmbefall, der nicht immer harmlos ist. Zugleich steigt die Zahl der Morbus-Crohn-Patienten in westlichen Industrieländern. Der Zuwachs erfolgt in dem Maß, wie Hygiene und Medizin die Parasiten zurückdrängen. Noch 1920 erkrankte hierzulande höchstens einer von 100 000 Menschen jährlich neu. Mittlerweile trifft es fünf bis acht.

Fehlt der Abwehr ein Gegner?
Womöglich, so Weinstocks Idee, sind entzündliche Darmerkrankungen bei bestimmten Menschen auch eine Folge der besseren gesundheitlichen Versorgung. Durch die Ausrottung von Parasiten könnten ihnen die nötigen Gegner für die körpereigene Immunabwehr abhanden gekommen sein.
Birgt also ein kontrollierter Wurmbefall die Lösung für Morbus Crohn? Um diese Frage zu beantworten, wählten die Forscher den Tierparasiten Trichuris suis. Dem Menschen wird der Wurm nicht gefährlich. Seine mikroskopisch kleinen Eier - 55 tausendstel Millimeter lang und 25 breit - heften sich nur für einige Wochen an der menschlichen Darmschleim- haut fest. Aus ihnen schlüpfen nur in wenige Tiere, die sich zudem nicht vermehren können. "Wer die Wurmkur macht, steckt niemanden an", betont Detlev Goj.
Erste Untersuchungen sprechen für einen Nutzen. In der Studie des Teams um Weinstock hatten 29 Patienten mit Morbus Crohn 24 Wochen lang alle drei Wochen die Eier eingenommen. 80 Prozent der Teilnehmer berichteten, ihre Symptome hätten sich gebessert, bei 72 Prozent stellten die Mediziner ein Nachlassen der Krankheit fest.

Bisher können die Würmer nur im Einzhelfall als Arznei verordnet werden. Der Arzt muss die Ampullen für einen Heilversuch direkt bei der Firma Ovamed ordern, die diese in Lizenz produziert. Mittelfristig strebt der Hersteller den Status eines individuellen Rezeptur-Arzneimittels an, das auf ärztliche Verordnung in Apotheken zu haben wäre. Für die komplette Zulassung als Fertigarzneimittel fehlt noch der Wirknachweis in einer großen Studie.

Ursachenforschung nötig
Die könnte im nächsten Jahr starten, falls sich Probleme mit der Haltbarkeit bis dahin lösen lassen. Forscher der Freiburger Firma Dr. Falk Pharma und von Ovamed entwickeln gerade die passende Darreichungsform. Doch bis zur Zulassung werden in jedem Fall noch Jahre vergehen. Bis dahin profitiert die Ursachenforschung vom Konzept der Wurmtherapie.
Forscher diskutieren mehrere Hypothesen, wie Morbus Crohn entsteht. Joel Weinstock geht davon aus, dass die Parasiten noch unbekannte chemische Stoffe abgeben, die im Darm eine gestörte Balance mehrerer Gruppen von Immunzellen normalisieren. Im Binde- gewebe der Schleimhaut, direkt unter der "Epithel" genannten Deckschicht, tummeln sich unter anderem so genannte Th1- und Th2-Zellen. Erstere bekämpfen bei Gesunden vor allem bakterielle Infektionen, letztere wirken entzündungshemmend. Bei Morbus Crohn gibt es Hinweise auf eine überschießende Aktivität der Th1-Zellen. Würmer, so spekuliert Joel Weinstock, könnten diese Zellen dämpfen und Th2-Zellen sowie generell die Produktion entzündungshemmender Stoffe fördern. Das lindere die Symptome.
Eine andere Meinung vertritt eine Gruppe um Professor Dr. Eduard Stange vom Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Danach steckt hinter Morbus Crohn vor allem ein Manel an natürlichen Antibiotoka auf der Darmschleimhaut, so genannten Defensi- nen. Fehlt dieser Schutz, könnten Bakterien das Darmepithel überwinden und so die Entzündungsreaktion erst auslösen. Ein Ungleichgewicht von Immunzellen, so Stange, sei höchstens zweitrangig. Doch auch erhält die Ei-Therapie für "sehr interessant". Sie würde womöglich die Produktion von Defensinen wieder ankurbeln und so die Abwehr von Infektionserregern verbessern.
Welche Theorie stimmt, müssen Studien zeigen. Aber für die Patienten zeichnet sich ein friedliches Zusammenleben mit harmlosen Darmparasiten ab.